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Von Eiswasser, belgischen Pommes, Bergen und Ballsportarten

Trainingslager der Tri-Kids

12.07.2023

Das Pfingstwochenende: Für viele Zeit für Erholung, Entspannung und Urlaub – und für zwölf Kinder und Jugendliche unserer Tri-Jugend hieß es: Trainingslagerzeit. Diesjähriges Ziel war die Jugendherberge in Hellenthal, einem kleinen Ort in der Eifel, die uns in dem von Freitagnachmittag bis Dienstag dauernden Trainingslager als Unterkunft diente. Begleitet wurde die wilde Truppe von Anna Kroniger, Heidi Bösel, Dominik Asmuth und Timm Hoormann.

 

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Tri-Jugend on Tour

 

Das Erste, womit wir bei unserem Abenteuer Bekanntschaft schließen durften, war der Pfingstverkehr. Während wir gerade irgendwo zwischen Leverkusen und Köln im Schritttempo über die Autobahn krochen, wurde im Radio verkündet, dass heute ein neuer Staurekord für 2023 in NRW aufgestellt wurde. Einstimmige Bestätigung unsererseits. 

Trotz der anstrengenden Fahrt war die Stimmung gut, als wir endlich in Hellenthal ankamen. Dort wurden wir sofort mit leckerem Abendessen verwöhnt und durften danach unsere Zimmer beziehen. Als ersten und einzigen Programmpunkt stand dann noch ein kleiner Spaziergang an, um die Gegend ein wenig kennenzulernen.

 

 

Ein abendlicher Waldspaziergang

 

Danach fielen alle nach der langen Fahrt nur noch ins Bett.

 

Am Samstag wollten wir vormittags zunächst ein Schwimmbad in einem Nachbarort besuchen. Für Triathleten versteht es sich dabei von selbst, dass die Anfahrt auf dem Rad geschieht. Allerdings gestaltete sich der Hinweg schon abenteuerlicher als gedacht. Das es in der Eifel bergig, ist war uns natürlich klar und ein „paar“ Höhenmeter auf dem Weg zum Schwimmbad können ja auch nicht schaden. Als wir dann vor der über 10 prozentigen Wand standen, die auch nach fast einem Kilometer nicht enden wollte, wurden aus den „paar“ Höhenmetern über 160 m, und das auf nur neun Kilometern. Angekommen im Schwimmbad wartete schon die nächste Überraschung auf uns, als der tiefenentspannte Bademeister auf das Thermometer zeigte. Die Nadel hatte sich auf erschreckend niedrigen 16,8 °C eingependelt. Ein Blick in die Sportordnung der DTU verrät, dass selbst für Erwachsene bei einer Wassertemperatur von unter 16 °C ein Neo vorgeschrieben ist, bei Kinder- und Jugendwettkämpfen wird das Schwimmen sogar schon unter 19 °C komplett gestrichen. Obwohl niemand einen Neo dabei hatte, war jeder mindestens einmal im Wasser, einige hielten sogar fast eine halbe Stunde Schwimmtraining aus.

 

 

Eiswasserschwimmen

 

Nachdem wir am Vormittag also zuerst glühen und danach erfrieren durften, zauberte uns Komoot zumindest einen deutlich harmloseren und vor allen Dingen flacheren Rückweg.

Nach dem Mittagessen blieb dann nur noch die Zeit für einen kurzen Besuch bei Aldi, wo die Kids sich die nötigen Kalorien für die nächsten Tage besorgten, sowie für eine kurze, erste Trainingseinheit in der von uns über die Jugendherberge angemieteten Sporthalle, wobei die Kinder ihr Können im Völkerball beweisen konnten.

Für mehr blieb an diesem Nachmittag keine Zeit, denn aufgrund des anstehenden Showdowns in der Fußballbundesliga hatten die meisten wichtigeres als Training vor.

 

Bochum, ich komm' aus dir – Bochum, ich häng' an dir

 

Danach war die Stimmung bei den Blau-Weißen gut, da andere (bei den Kids sehr beliebte) Blau-Weiße sich den Klassenerhalt erkämpft hatten, während andere (eher unbeliebte) Blau-Weiße nicht so viel Glück hatten.

Den ereignisreichen ersten Tag ließen wir dann mit einem Grillabend und einer Runde Beachvolleyball ausklingen, bei der das größte Erfolgserlebnis darin bestand, den Ball dreimal ohne Bodenkontakt übers Netz zu befördern. Nachdem der Ball hinter einem Abhang verschwunden war und wir diesen nur unter Einsatz unseres Lebens retten konnten, entschieden wir uns für eine Runde Werwolf zum Abschluss des Tages.

 

Wo ist der Ball…?

 

Trainingstag zwei begann recht unspektakulär mit einem recht kurzen Lauftraining, denn der Hauptprogrammpunkt war am Nachmittag geplant: Eine Radtour nach Belgien. In zwei Gruppen fuhren wir an der belgischen Grenze los. Die Strecke führte über die Vennbahn, eine ehemalige Bahntrasse, die nach ihrer Stilllegung zu einem durchgehend asphaltierten Radweg umgebaut wurde und, wie wir schnell feststellten, aufgrund ihrer Länge, ein wahres Paradies für Radfahrer ist.

 

Die Vennbahn

 

Die schnellere Gruppe verschlug es bis ins über 35 km entfernte Malmedy, einer schönen belgischen Kleinstadt, die, obwohl sie bis 1918 noch zu Deutschland gehörte, schon in der französischsprachigen Zone Belgiens liegt. Dort bestellten wir dann zunächst mit unseren mehr oder weniger guten Französischkenntnissen ein Eis. Da wir uns jedoch einig waren, dass wir Belgien nicht verlassen konnten, ohne die legendären belgischen Pommes probiert zu haben, machten wir uns auf die Suche nach einer Pommesbude. Als dies nicht zum Erfolg führte, kehrten wir kurzerhand in einem Restaurant ein. Während wir dort unsere Pommes genossen, konnten wir noch einen Junggesellenabschied inklusive Live-Schlagzeug und Karaoke-Einlage beobachten.

 

Zu Besuch in Belgien und auf der Suche nach Pommes

 

Danach ging es auf den Rückweg, denn die zweite Gruppe wartete schon auf uns. Wieder am Treffpunkt angekommen, konnten wir sehenswerte Ergebnisse zusammentragen: Die langsamere Gruppe über 40 km, die schnellere über 75 km. Und beide Gruppen mit sehr passablen Durchschnittsgeschwindigkeiten.

Das Lagerfeuer mit Stockbrot nach dem Abendessen hatten sich die Kids also verdient.

 

Abendprogramm

 

Als die Kinder bei Einbruch der Dunkelheit auf die Zimmer geschickt wurden, ahnten sie nicht, dass sie dort nur fünf Minuten bleiben sollten. Denn die obligatorische Nachtwanderung darf natürlich auch nicht fehlen. Dabei wurde am ausklimmenden Lagerfeuer zunächst aus dem Namen „Hellenthal“ Programm in Form einer Gruselgeschichte gemacht. Danach durften die Kinder im Wald einen jahrhundertealten Geist suchen. Nach der Begegnung mit dem Geist (oder doch einem mit einer Taschenlampe wedelnden Trainer?) kamen alle Kinder sicher in ihren Betten an und konnten trotz den Schrecken des Abends gut schlafen.

 

Den dritten Tag starteten wir wieder mit einem Ausflug zum Schwimmbad, welches wir dieses mal sofort über die flache Strecke erreichten. Das Wasser dort war zwar wärmer, aber knappe 19 °C sind für uns, die im Wiesental mit 26 bis 28 °C verwöhnt werden, noch lange nicht warm. Trotzdem ließen sich am Ende noch viele überreden, bei der Abschlussstaffel mitzumachen.

Am Nachmittag ging es nochmal in die Halle, wo die Kinder einen Hallentriathlon ausprobieren durften. Bei dem als Staffel konzipierten Wettkampf durchlaufen die Kinder einen Parcours, der den Ablauf eines Triathlons darstellt. Danach tobten wir uns noch bei einer Runde Zombieball aus und natürlich musste auch die Eisdiele Hellenthals noch von uns getestet werden.

 

Hallentriathlon

 

Zum grande final war am letzten Abend ein Discoabend geplant. Man könnte ja nun meinen, die Kinder wären nach drei Tagen Trainingslager für nichts mehr zu gebrauchen, aber in der Disco bewiesen alle das Gegenteil. Eingeläutet mit den Klassikern „Gimme! Gimme! Gimme! (a man after midnight)“ (ABBA), „YMCA“ (Village People) und natürlich „Stayin’ alive” (Bee Gees) hieß es die nächsten drei Stunden: Party! Tobende Kinder, ein passabler Discofox bei den Trainern und ausnahmslos gute Laune gab es danach zu berichten. Zum krönenden Abschluss wurde dann Grönemeyers Bochum gespielt, was auch den letztem zum Mittanzen und Mitsingen animierte. Ohne die von der Hausordnung vorgeschriebene Nachtruhe ab 22 Uhr wäre der Abend bestimmt noch deutlich länger geworden.

 

Partystimmung zum Abschluss

 

Am letzten Morgen wurden zuerst die Zimmer geräumt. Danach stand zum Abschluss noch eine letzte Radausfahrt von rund 20 km auf dem Programm, die um die wunderschöne Oleftalsperre führte und, wie hätte es zum Abschluss auch anders sein sollen, noch einen deftigen Berg enthielt. Immerhin durften wir die Höhenmeter nach getaner Arbeit mit weit über 40 km/h wieder bergab rauschen.

 

Gutes Wetter und viele Höhenmeter

 

Danach ging es mit den Bussen zurück nach Bochum. Unterwegs machten wir noch einen Zwischenstop bei Mc Donald’s, bei dem wir uns wahrscheinlich (da wir in einer großen Sammelbestellung bestellten) noch einen Eintrag im Guinessbuch der Weltrekorde für den längsten Kassenbon hätten verdienen können.

Gesättigt ging die Rückfahrt nun weiter und ca. zwei Stunden später endete das tolle Wochenende dort wo es begonnen hatte, am Parkplatz an der Wasserstraße.

 

An dieser Stelle nochmal ein großes Dankeschön an alle Beteiligten, die ihren Teil zu dem sehr erfolgreichen Wochenende beigetragen haben!

 

                                                                                                                                                                                 Timm Hoormann